Telemedizin 2022 und 2023

Mit diesem Beitrag wollen wir einmal zurückschauen auf die wesentlichen Themen der Telemedizin in 2022 und zugleich den Blick nach vorn richten, was werden wohl die Schwerpunkte in 2023 sein? Vor allen Dingen möchten wir all unseren Kunden und Kooperationspartnern und Wegbegleitern für den angenehmen Austausch und die inspirierende Zusammenarbeit in diesem Jahr danken. Wir freuen uns auf gemeinsame Vorhaben in 2023!

Potenziale und Grenzen

Dazu gehören unter anderem folgende Fragestellungen: Was ist PatientInnen in der telemedizinischen Versorgung wichtig? Wo liegen die Grenzen der Telemedizin? Wie findet Telemedizin in der Veterinärmedizin statt? Wie kann telemedizinische Versorgung unter extremen Bedingungen, wie einer Offshore-Windkraftanlage erfolgen? Welchen Mehrwert bietet Telemedizin im Gerinnungsmanagement?

New Work und neue Aufgabenbereiche

Wie verändern sich Arbeitsplätze und Arbeitsbedingungen mit Telemedizin und welche Chancen ergeben sich für Ärztinnen und Ärzte in Klinik, TMZ und Praxis? Wie verändert Telemedizin die Rolle der Pflege und insbesondere die hausärztliche Versorgung? Was charakterisiert die einzelnen telemedizinischen Lösungen, wie finden Ärzte und Ärztinnen in Klinik und Praxis die bestmögliche Umsetzung (Telemedizinplattformen, Qualitätssicherungsvereinbarung)?

Inspiration aus Österreich

Neben dem Fokus auf Deutschland betrachtete ich zudem erfolgversprechende Umsetzungen in unseren Österreich (z. B. HerzMobil und Telerehabilitation in Österreich).

Telemonitoring bei Herzinsuffizienz

Das mit Abstand wichtigste Thema in diesem Jahr war die Regelvergütung des Telemonitoring bei Herzinsuffizienz und die dafür notwendigen organisatorischen sowie technischen Voraussetzungen. Das spiegelte sich nicht nur in meinen Beiträgen, sondern insbesondere auch in der Nachfrage zu unserer Beratung wider.

2023: Wie geht es im neuen Jahr weiter?

Unser Gesundheitssystem steht weiterhin vor großen Herausforderungen – nicht nur die alternde Gesellschaft und der Fachkräftemangel, auch der Klimawandel wird zu einer zunehmenden Belastung. Telemedizin kann ein Teil der Lösung sein. 𝐏𝐫ä𝐯𝐞𝐧𝐭𝐢𝐨𝐧 ist aus meiner Sicht ein stark unterschätzter Hebel auf dem Weg zu einer gesünderen Gesellschaft.

Erfolgreiche Prävention setzt Wissen um alle Aspekte des 𝐋𝐞𝐛𝐞𝐧𝐬𝐬𝐭𝐢𝐥s (u.a. Ernährung, Bewegung, Schlaf, Stressmanagement) sowie um Präventionsangebote voraus. Die Vermittlung von diesem Wissen kann und sollte auch telemedizinisch unterstützt werden. Damit können Menschen befähigt werden, das Erlernte dauerhaft in ihrem Alltag umzusetzen.

Der Fachkräftemangel kann punktuell durch telemedizinische Angebote aufgefangen werden. Zum einen, durch attraktive Telemedizin-Arbeitsplätze, die Menschen ermöglichen länger in einem medizinischen Beruf zu arbeiten. Zum anderen durch effizientere Nutzung der knappen medizinischen Ressourcen.

Die Versorgung von Menschen mit chronisch Erkrankungen wird weiterhin im Fokus der Telemedizin bleiben. Das Telemonitoring ermöglicht hier ressourceneffizient und gezielt genau den Menschen zu helfen, die gerade medizinische Unterstützung benötigen. Auch wenn bisher mit diesem Fokus nur Telemonitoring bei chronischer Herzinsuffizienz vergütet wird, beschränkt sich das Potenzial keineswegs auf diese Indikation, sondern umfasst auch an andere chronische Erkrankungen wie COPD, Bluthochdruck, Stoffwechsel-, onkologische und seltene Erkrankungen.

Mittel- und Langfristig geht es um wirtschaftlich tragfähige Telemedizin-Angebote. Die Bekanntgabe von KRY, den deutschen Telemedizinmarkt zu verlassen, hat einige beunruhigt. Telemedizinische Lösungen müssen ein Geschäftsmodell haben, dass zum Markt mit all seinen Akteuren passt und einen relevanten medizinischen Mehrwert erzielen kann.

Technologische Entwicklungen, neue Sensoren, neue Nutzungsverfahren für bekannte Sensoren, das Metaverse in all seinen Facetten – auch aus technologischer Perspektive gibt es genug Potenzial, telemedizinische Lösungen weiter zu entwickeln.

Für 2023 bleiben genug spannende Themenfelder rund um die Telemedizin. Bis dahin wünschen wir eine frohe gesunde Weihnachtszeit. Wir danken all unseren Kunden und Kooperationspartnern für den angenehmen Austausch und die inspirierende Zusammenarbeit!

Mehr Lesen?