Erfolgsfaktoren aus Perspektive der Patientinnen und Patienten für Telemedizinprogramme

Wie sehen Patientinnen und Patienten telemedizinische Angebote? Gerade in Zusammenhang mit langfristigeren Leistungen für chronisch Kranke, wie Telemonitoring bei Herzinsuffizienz stellt sich die Frage, was macht ein solches Programm attraktiv für Patientinnen und Patienten und was führt zu Ablehnung?

In diesem Beitrag befassen wir uns mit 6 Erfolgsfaktoren von Telemedizinprogrammen, die aus unserer Erfahrung und vielen Rückmeldungen von Patientinnen und Patienten besonders wichtig und wertvoll sind.

6 Erfolgsfaktoren

  • Gute Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt/ der behandelnden Ärztin

Wenn die behandelnde Ärztin oder der behandelnde Arzt über das Programm informieren und die Teilnahme empfehlen, sind viele Patientinnen und Patienten viel eher dazu bereit, sich auf das „Abenteuer“ Telemedizinprogramm einzulassen. Während des Programms erwarten PatientInnen eine funktionierende Zusammenarbeit von TMZ und behandelndem Arzt/ behandelnder Ärztin. So ist es aus Sicht einer konsistenten und effektiven Patientenversorgung sinnvoll, wenn ein TMZ einen Patienten an seine Hausärztin verweist, dass diese behandelnde Ärztin vom TMZ auch parallel über die aktuellen Entwicklungen im Programm und ggf. Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie informiert wird.

  • Verständliche Erläuterungen und Vertragsdokumente

Nur wenn die PatientInnen alle Erläuterungen und Dokumente gut verstehen können und sich dann für eine Teilnahme entscheiden, kann so ein Programm zielführend sein. Leider werden zu häufig bei der Erstellung von Informationsmaterial und anderen Medien die Zielgruppen aus den Augen verloren. Eine multimodale Aufbereitung von verschiedenen Inhalten kann sehr hilfreich sein. Meiner Erfahrung nach, lösen sensible Punkte, wie Datenschutz und Datenverarbeitung häufig Bedenken über eine Teilnahme an Telemedizinprogrammen aus – ein überzeugendes Konzept, eine gute Umsetzung und verständliche Aufklärungsbögen sind hier essentiell.

  • Zügige Umsetzung durch hervorragende Organisation

Nach einer Empfehlung durch den Arzt oder die Ärztin, sollte es möglichst zeitnah zu einem Kontakt zum TMZ-Personal kommen. Ziel ist, dass eine umfassende, gern auch multimedial unterstütze, Aufklärung stattfindet. Die PatientInnen sollten beispielsweise nicht über die „Technik“ überrascht sein, wenn ihnen die Geräte für das Telemonitoring ausgehändigt werden.

  • Persönliche und kompetente Begleitung durch das TMZ-Team

Eine kontinuierliche Begleitung während des Onboarding-Prozesses und die zuverlässige Erreichbarkeit von Ansprechpersonen im TMZ (vorzugsweise gibt es eine oder zwei Ansprechperson/en) während der gesamten Betreuungszeit sollten selbstverständlich sein. Wenn PatientInnen sich mit Fragen an das TMZ wenden, sollte ein geeigneter Prozess sicherstellen, dass keine/r in der Warteschleife verloren geht, dass die Anliegen präzise priorisiert werden und dann von Mitarbeitenden im geeigneten Service-Level bearbeitet werden.

  • Sehr einfach zu bedienende und funktionierende Geräte

Kaum etwas anderes haben uns PatientInnen als frustrierender beschrieben, als Geräte, die zu komplex sind oder Geräte die plötzlich ausfallen und nicht funktionieren. Auch für das TMZ-Team sollten Gerätefehler und Geräte-Service-Anfragen eher die Ausnahme sein.

  • Programm bringt einen medizinischen Mehrwert

PatientInnen haben zurecht die Erwartung, dass die Teilnahme an einem telemedizinischen Programm medizinisch sinnvoll ist. Um den Nutzen für die PatientInnen zu generieren, müssen telemedizinische Programme bestimmte Merkmale aufweisen. Für das Telemonitoring bei Herzinsuffizienz sind beispielsweise Kennzahlen und Reaktionszeiten definiert, die sicherstellen sollen, dass die Programme ihren medizinischen Nutzen haben. Neben all diese medizinischen oder regulatorischen Vorgaben, darf der Mensch nicht zu kurz kommen. Eine empathische, individuelle Betreuung, auch wenn sie einem systematischen Ansatz folgt, ist entscheidend für einen nachhaltigen Erfolg.

Fazit

Die Konzeption telemedizinischer Angebote muss patientinnenorientiert erfolgen. Nur wenn die für die PatientInnen entscheidenden Faktoren berücksichtigt werden, kann ein Telemedizinprogramm den Nutzen für die PatientInnen erzielen.

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