Telemedizin im Krankenhaus-Report

Telemedizin in Deutschland. In diesem Beitrag geht es um Telemedizin im Krankenhaus-Report – was wir für die digitale und telemedizinische Versorgung von anderen Ländern lernen können.

Deutschland steht bei der Digitalisierung des Gesundheitswesens weiterhin auf der Bremse – mit spürbaren Folgen. Der aktuelle Krankenhaus-Report 2025 bringt es auf den Punkt: Während in vielen europäischen Nachbarländern digitale Versorgungsmodelle längst erfolgreich implementiert wurden, bleibt Deutschland hinter seinen Möglichkeiten zurück. Das betrifft nicht nur die Effizienz der Versorgung, sondern auch die Lebensqualität von Patientinnen und Patienten.

Strukturelle Schwächen belasten das Gesundheitssystem

Besonders deutlich wird das in der ambulanten Versorgung: Trotz eines dichten Netzes an Fachärztinnen und Fachärzten fehlt es vielerorts an Hausärzt:innen, insbesondere für die kontinuierliche Betreuung multimorbider Patient:innen. Die Folge sind unnötige Eskalationen, vermehrte Klinikaufenthalte und eine zusätzliche Belastung für das ohnehin angespannte stationäre System. Die Kosten steigen – und die Qualität der Versorgung leidet.

Andere Länder sind längst weiter – mit greifbaren Erfolgen

Ein Blick ins Ausland zeigt, dass es auch anders geht. Großbritannien, Irland und die USA setzen bereits flächendeckend auf sogenannte Virtual Wards – hybride Versorgungsmodelle, die eine nahtlose Betreuung zwischen Krankenhaus und Pflegeeinrichtung ermöglichen, gestützt durch telemedizinische Technologien. Frankreich hat zudem ein nationales Programm zum Telemonitoring für sechs chronische Erkrankungen etabliert, das nicht nur medizinisch wirksam ist, sondern auch über eine klare Finanzierungsstruktur verfügt.

Telemedizin wirkt – wenn man sie lässt

In Deutschland hingegen bleiben solche Modelle bislang die Ausnahme. Dabei zeigen die Daten aus dem Krankenhaus-Report 2025 eindrücklich, welches Potenzial Telemedizin bietet. So beträgt die durchschnittliche Dauer einer Telekonsultation lediglich fünf Minuten – und dennoch ließen sich damit bis zu 36 Prozent der unnötigen Krankenhauseinweisungen vermeiden. In 59 Prozent der Fälle ist eine medizinische Diagnostik erforderlich, und in 98 Prozent dieser Konsultationen liefern die eingesetzten Geräte zuverlässige Informationen zum Gesundheitszustand der Patient:innen.

Diese Zahlen belegen: Telemedizin kann Ressourcen sparen, Notaufnahmen entlasten und zur Patientensicherheit beitragen. Die technischen Lösungen sind vorhanden – was fehlt, sind geeignete Rahmenbedingungen und eine nachhaltige Strukturförderung. Denn die eigentlichen Herausforderungen sind nicht technologischer Natur. Es sind strukturelle Barrieren, die einer modernen, digitalen Versorgung im Weg stehen.

Es gibt praktikable Lösungen – sie müssen nur konsequent umgesetzt werden.

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