Telemedizin in der Gynäkologie

𝐁𝐞𝐝𝐚𝐫𝐟𝐬𝐠𝐞𝐫𝐞𝐜𝐡𝐭𝐞 𝐓𝐞𝐥𝐞𝐦𝐞𝐝𝐢𝐳𝐢𝐧 𝐚𝐮𝐬 𝐏𝐚𝐭𝐢𝐞𝐧𝐭𝐢𝐧𝐧𝐞𝐧𝐩𝐞𝐫𝐬𝐩𝐞𝐤𝐭𝐢𝐯𝐞 𝐢𝐧 𝐝𝐞𝐫 𝐤𝐥𝐢𝐧𝐢𝐬𝐜𝐡𝐞𝐧 𝐆𝐲𝐧ä𝐤𝐨𝐥𝐨𝐠𝐢𝐞

Telemedizin bietet in der klinischen Gynäkologie große Chancen, um die Effizienz zu steigern und Zugangshürden zu senken. Für eine erfolgreiche Umsetzung ist es jedoch entscheidend, telemedizinische Angebote auch aus der Perspektive der Patientinnen zu gestalten, um deren spezifische Bedürfnisse und Erwartungen zu berücksichtigen.

Telemedizinische Versorgungsprojekte und Studien

Es gibt bereits einige telemedizinische Versorgungsangebote, die sich auf gynäkologische Themen fokussieren, wie das Versorgungsnetzwerk „SichereGeburt“. Das Projekt setzt den Fokus auf eine trans- und intersektorale, teilweise telemedizinische Versorgung von Schwangeren mit Hinweisen auf vorgeburtliche Erkrankungen des Kindes sowie von Früh- und kranken Neugeborene und ihre Eltern. Das Zentrum für feto/neonatale Gesundheit (Universitätsklinikum Carl Gustav Carus) koordiniert das vom Innovationsfonds geförderte Vorhaben.

Eine Studie der Uni Münster zeigte bereits, dass Telemedizin in der Pränataldiagnostik hilfreich sein kann und ein großer Teil der Fragestellungen auch telemedizinisch abschließend geklärt werden konnte.

Untersuchung

Zwei klinische Studien beleuchten die Anforderungen, Bedenken und Voraussetzungen für telemedizinische Angebote in der Gynäkologie. Befragt wurden Patientinnen in einer universitären onkologischen Tagesklinik (n=245) und einer universitären Prämedikationsambulanz vor Operationen (n=745). Die Themen umfassten Nutzungsverhalten, bevorzugte Kommunikationskanäle und konkrete Erwartungen an die telemedizinische Versorgung.

Ergebnisse

Die Studien zeigen, dass die Anforderungen an Telemedizin je nach Behandlungsgrund stark variieren: Mit zunehmendem Alter sinkt die Akzeptanz telemedizinischer Angebote. Allerdings äußern erwerbstätige, onkologische Patientinnen unter Systemtherapie offen für telemedizinische Angebote. Wie in zahlreichen anderen Untersuchungen wurden auch hier Datenschutzbedenken als Ablehnungsgrund angegeben.

Patientenzentrierte Telemedizin als Zukunftsmodell🔮
Die Ergebnisse betonen die Notwendigkeit einer patientenzentrierten Gestaltung telemedizinischer Angebote in der gynäkologischen Versorgung. Indem die Bedürfnisse und Bedenken der Patientinnen berücksichtigt werden, lassen sich bedarfsgerechte Telemedizinlösungen entwickeln, die den hohen Versorgungsstandard in der klinischen Gynäkologie noch weiter verbessern.

Mehr dazu lesen?

Hoffmann, Walter, Engler: Bedarfsgerechte Telemedizin aus Patientinnenperspektive in der klinischen Gynäkologie Geburtshilfe Frauenheilkd 2024; 84(10): e143-e144 https://www.thieme-connect.com/products/ejournals/html/10.1055/s-0044-1790761

Telemedizin bei Schwangerschaft und Kinderwunsch

1 Kommentar zu „Telemedizin in der Gynäkologie“

  1. Pingback: Telemedizin in der Reproduktionsmedizin

Die Kommentare sind geschlossen.

Nach oben scrollen