Infrastruktur zu alt für Telemedizin?
Keine Telemedizin, weil die vorhandene Infrastruktur zu alt ist? Ist das die Versorgungsrealität? Laut der kürzlich veröffentlichten SOTI-Studie ist vielfach die Infrastruktur zu alt für Telemedizin.
Die Studie zeigte, dass während die Nutzung der Telemedizin zunimmt, kämpfen 24% der globalen Gesundheitsorganisationen mit IT-Problemen durch veraltete Systeme, die die Verwaltung per Fernzugriff behindern.
89% der Fachleute weltweit und in Deutschland glauben, dass vernetzte medizinische Geräte immense Vorteile bieten würden. Allerdings haben viele Gesundheitsinfrastrukturen Mühe, mit der schnellen Zunahme und Komplexität der Geräte Schritt zu halten. Dies verhindert die volle Ausschöpfung des Potenzials von Telemedizintechnologien und -daten. Zudem nutzen 63% der globalen Organisationen veraltete Technologien. Dies stellen einen signifikanten Anstieg gegenüber 46% im Jahr 2022 dar. Besonders betroffen sind Länder wie Deutschland (81%), Kanada (77%) und Frankreich (73%).
Künstliche Intelligenz könnte dabei unterstützen, das Potenzial der Telemedizin erheblich besser auszunutzen. KI-Systeme können große Datenmengen von Patientinnen und Patienten analysieren, Muster erkennen und so die (telemedizinische) Diagnosestellung unterstützen. Auch die Entwicklung personalisierter Behandlungsempfehlungen kann durch KI erleichtert werden. Durch kontinuierliches Telemonitoring von Gesundheitsdaten können gesundheitliche Probleme frühzeitig erkannt und gegebenenfalls Therapieanpassungen vorgenommen werden. Schließlich können auch in der Patientenkommunikation Chatbots und virtuelle Assistenten, die auf KI-Algorithmen basieren und einer Videosprechstunde vorgeschaltet sind, unterstützen. 99% der deutschen Organisationen (98% weltweit) erwägen, künstliche Intelligenz (KI) in die Patientenversorgung zu integrieren oder tun dies bereits. Dennoch steht fast ein Viertel der Telemedizin-Fachleute vor der Herausforderung, ihre KI-Investitionspläne umzusetzen.
Obwohl KI dazu beitragen kann, die Effizienz der Gesundheitsversorgung zu steigern, gibt es viele Bedenken (Datenschutz, ethische Überlegungen, Verlust menschlicher Interaktion, Abhängigkeit von Technik, Zugang usw.).
Die SOTI-Studie unterstreicht: Um das volle Potenzial der 𝑻𝒆𝒍𝒆𝒎𝒆𝒅𝒊𝒛𝒊𝒏 zu entfalten, müssen Infrastruktur und Managementprozesse im Gesundheitswesen dringend modernisiert werden.
Mehr zur SOTI-Studie
Link zur Studie: https://lnkd.in/d8G7ar48