Telemedizin in Pflegeeinrichtungen

Telemedizin in Pflegeeinrichtungen

Telemedizin in Pflegeeinrichtungen – Studienergebnisse HLTeleheim: Eine qualitative Studie untersuchte Faktoren, die die Einführung telemedizinischer Anwendungen in vollstationären Pflegeeinrichtungen beeinflussen. Hierfür wurden 17 Interviews mit Pflegekräften, Ärzt*innen und Verwaltungspersonal durchgeführt.

Telemedizin in Pflegeeinrichtungen

Ansätze zur telemedizinischen Versorgung von Bewohner:innen in Pflegeheimen gehen über die Videosprechstunde hinaus. Während die Videosprechstunde im Alltag zum Beispiel bei wenig komplexen Erkrankungen, zur Besprechung von Befunden und zur Nachkontrolle ein geeignetes Instrument ist, ist sie im Pflegeheim nur bedingt geeignet.

Durch die komplexen, häufig von Multimorbidität gekennzeichneten Krankheitsbilder ist eine reine Videosprechstunde zwischen Arzt/Ärztin und Patient:in ohne medizinische Daten häufig nicht zielführend.

Durch telemedizinische Versorgungsangebote, die über die Videosprechstunde hinaus die Beteiligung einer Pflegekraft und die Zunahme telemedizinischer Geräte umfassen, kann hingegen eine gute Datengrundlage für medizinische Entscheidungen geschaffen werden.

Telemedizinische Versorgungsangebote für Pflegeheime sehen daher zum Beispiel die Kombination aus Videosprechstunde mit dem/der betreuenden Allgemeinmediziner:in, einer Pflegekraft und die Nutzung telemedizinfähiger Messgeräte vor. Zu diesen Medizinprodukten gehören beispielsweise telemedizinische Stethoskope und Pulsoximeter sowie Blutdruckmessgeräte und mobile EKG-Systeme.

Das geschulte Pflegepersonal kann dann während der Videosprechstunde delegierte Maßnahmen durchführen, wie das Messen des Blutdrucks oder der Sauerstoffsättigung oder das Auskultieren von Herz und Lunge.

Auch die telemedizinische Visite ist inzwischen in Pflegeheimen angekommen. Dabei werden von ärztlicher Seite an die beteiligte Pflegekraft in einer Videokommunikation klar definierte Leistungen delegiert. So sind zum Beispiel das Entfernen von Fäden oder Klammern bei einer Wunde, Blutentnahmen oder Schutzimpfungen durch geschulte Pflegekräfte telemedizinisch unterstützt möglich.

Mittels Sensoren können auch länger temporär oder dauerhaft Vitalparameter wie Blutdruck, Puls und Blutzuckerspiegel erfasst und damit die Werte dauerhaft überwacht werden. Durch Übertragung der medizinischen Messdaten wird es medizinischem Personal möglich, frühzeitig auf gesundheitliche Probleme zu reagieren.

Ergebnisse HLTeleheim

Vor Projektbeginn wurde ein 𝒉𝒐𝒉𝒆𝒓 𝑩𝒆𝒅𝒂𝒓𝒇 an Telemedizin in der Pflege erkannt.
Bei der Umsetzung traten jedoch 𝒕𝒆𝒄𝒉𝒏𝒊𝒔𝒄𝒉𝒆 𝒖𝒏𝒅 𝒐𝒓𝒈𝒂𝒏𝒊𝒔𝒂𝒕𝒐𝒓𝒊𝒔𝒄𝒉𝒆 𝑷𝒓𝒐𝒃𝒍𝒆𝒎𝒆 auf, wie instabile 𝑰𝒏𝒕𝒆𝒓𝒏𝒆𝒕𝒗𝒆𝒓𝒃𝒊𝒏𝒅𝒖𝒏𝒈, fehlende
𝑲𝒐𝒎𝒑𝒂𝒕𝒊𝒃𝒊𝒍𝒊𝒕ä𝒕 der Anwendungen und eine 𝒅𝒖𝒓𝒄𝒉𝒘𝒂𝒄𝒉𝒔𝒆𝒏𝒆 𝑨𝒌𝒛𝒆𝒑𝒕𝒂𝒏𝒛.

Diskussion

Trotz erkannter Vorteile wurden z. B. Videokonsultationen nur wenig genutzt.
Aus Sicht der AutorInnen kann die wiederholte Kommunikation der Vorteile die Nutzung fördern. Darüber hinaus wird empfohlen, dass Softwareprodukte speziell auf Pflegeberufe zugeschnitten sein sollten.

Mehr dazu lesen?

Lisa Kitschke, Pia Traulsen, Alexander Waschkau, Jost Steinhäuser: Determinanten der Implementierung von Telemedizin in Pflegeeinrichtungen: eine qualitative Analyse aus Schleswig-Holstein. In Zeitschrift für Evidenz, Fortbildung und Qualität im Gesundheitswesen, 2024

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1 Kommentar zu „Telemedizin in Pflegeeinrichtungen“

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