Telemedizin über Ländergrenzen hinweg: Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein planen TENNO

Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein wollen ihre Krankenhauslandschaften digital enger miteinander verbinden. Mit dem geplanten Telemedizin-Netz Nord-Ost (TENNO) sollen alle Krankenhäuser beider Bundesländer Teil eines gemeinsamen telemedizinischen Netzwerks werden – unabhängig von Trägerschaft, Versorgungsstufe und Standort. Die Länder planen dabei eine verbindliche Einbindung der Krankenhäuser.

Den Letter of Intent haben die Gesundheitsministerinnen beider Länder gemeinsam mit den Krankenhausgesellschaften, der Universitätsmedizin Rostock und dem Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) unterzeichnet.

Telekonsile und Televisiten als erste Anwendungen

Zunächst soll TENNO die stationären Leistungserbringer miteinander vernetzen. Geplant sind Telekonsile und Televisiten, über die Ärztinnen und Ärzte schnell zusätzliche medizinische Expertise einbinden können. Erste Anwendungen sehen die Beteiligten insbesondere in der Kinder- und Jugendmedizin sowie in der Not- und Unfallversorgung.

Langfristig soll das Netzwerk über die Krankenhäuser hinauswachsen. Auch die ambulante Versorgung, der Rettungsdienst und weitere Bereiche des Gesundheitswesens sollen perspektivisch eingebunden werden. Bereits vorhandene telemedizinische Angebote wollen die Länder bündeln und weiterentwickeln.

Umsetzung von TENNO soll 2027 beginnen

Noch befindet sich TENNO in der Planungsphase. Mecklenburg-Vorpommern und Schleswig-Holstein wollen gemeinsam Mittel aus dem Krankenhaustransformationsfonds beantragen. Die Antragstellung beim Bundesamt für Soziale Sicherung ist für das vierte Quartal 2026 vorgesehen. Bei einer Bewilligung soll die Umsetzung 2027 starten.

Entscheidend wird die konkrete Ausgestaltung

Mit dem geplanten Netzwerk stellen sich zugleich wichtige Fragen für die Umsetzung. Dazu gehört, wie die Beteiligten Governance, Zugang, gemeinsame Standards und die Weiterentwicklung organisieren. Ebenso entscheidend wird sein, kleinere Krankenhäuser technisch und personell so einzubinden, dass sie telemedizinische Angebote im Versorgungsalltag tatsächlich nutzen können.

Hinzu kommt die langfristige Finanzierung: Für den Aufbau sollen Mittel aus dem Transformationsfonds genutzt werden. Wie Telekonsile und weitere telemedizinische Leistungen anschließend dauerhaft finanziert werden, geht aus den bisherigen Planungen noch nicht hervor.

TENNO könnte damit zu einem interessanten Beispiel dafür werden, wie länderübergreifende telemedizinische Strukturen in der Fläche aufgebaut und dauerhaft in die Versorgung integriert werden können.

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