Wearables in der Telemedizin: Gesundheitsdaten allein reichen nicht

Wearables wie Fitbit, Polar oder ActiGraph können immer mehr Gesundheits- und Aktivitätsdaten erfassen. Doch führt die wachsende Menge an Daten automatisch zu besseren gesundheitlichen Ergebnissen?

Ein aktuelles Umbrella Review ist dieser Frage nachgegangen. Die Autor:innen werteten 39 systematische Reviews mit insgesamt 97 Originalstudien aus und untersuchten, welchen Einfluss am Handgelenk getragene Wearables auf verschiedene gesundheitliche Endpunkte haben.

Mehr Bewegung, aber begrenzte Effekte auf weitere Gesundheitsparameter

Bei der körperlichen Aktivität zeigen die Ergebnisse einen positiven Effekt: Interventionen mit Aktivitätstrackern konnten dazu beitragen, dass sich Menschen mehr bewegen.

Bei Risikofaktoren für Herz-Kreislauf- und Stoffwechselerkrankungen fällt das Bild weniger eindeutig aus. Die beobachteten Effekte waren kleiner und häufig statistisch nicht signifikant. Auch hinsichtlich Lebensqualität, Depression, Angst und Schmerzen ist die bisherige Evidenz begrenzt und uneinheitlich.

Entscheidend ist, was mit den Daten passiert

Für die telemedizinische Versorgung ist ein weiterer Aspekt besonders interessant: In mehr als 80 Prozent der klinischen Studien waren Wearables Bestandteil komplexerer Interventionen. Sie wurden beispielsweise mit Maßnahmen zur Verhaltensänderung oder Remote Monitoring kombiniert.

Das wirft eine wichtige Frage auf: Welchen Anteil am gesundheitlichen Nutzen haben die erhobenen Daten selbst – und welchen Anteil hat das Versorgungskonzept, in dem diese Daten eingesetzt werden?

Wearables können kontinuierlich Informationen erfassen und Feedback ermöglichen. Die Ergebnisse des Reviews legen jedoch nahe, dass für einen weitergehenden gesundheitlichen Nutzen entscheidend ist, wie diese Informationen anschließend in die Versorgung eingebunden und genutzt werden.

Weitere Forschung ist notwendig

Gleichzeitig macht das Umbrella Review deutlich, dass viele Fragen offenbleiben. Die untersuchten Studien und Interventionen waren sehr heterogen. Zudem wurde die Qualität der meisten eingeschlossenen systematischen Reviews als niedrig bewertet.

Die Ergebnisse unterstreichen damit die Bedeutung einer zentralen Frage für die Telemedizin: Wie lassen sich Wearable-Daten so in Versorgungskonzepte integrieren, dass aus Gesundheitsdaten ein messbarer gesundheitlicher Nutzen entsteht?

Mehr dazu?

Glisic M, Llane A, Stojic S, et al. An umbrella review of systematic reviews of the impact of wrist-worn wearables on health outcomes. Physiological Reviews. 2025;106:935–969.

Telemedizin im Notfall

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