Telemedizin in Ungarn
Telemedizin in Ungarn: Nutzung wächst, Unterschiede werden kleiner
Eine aktuelle repräsentative Studie aus Ungarn zeigt, wie sich telemedizinische Angebote zwischen 2021 und 2024 entwickelt haben. Besonders aufschlussreich ist der Blick auf Telefon- und Videosprechstunden sowie telemedizinisches Monitoring. Diese Anwendungen stehen im Zentrum einer Versorgung, die Patientinnen und Patienten auch außerhalb der Praxis begleitet.
Die Nutzung von Telekonsultationen per Telefon oder Video hat sich im Untersuchungszeitraum mehr als verdoppelt: von 6,4 Prozent im Jahr 2021 auf 14,2 Prozent im Jahr 2024. Der absolute Wert bleibt überschaubar, die Entwicklung zeigt jedoch eine klare Richtung. Telemedizin gewinnt an Bedeutung und wird zunehmend Teil regulärer Versorgungsprozesse.
Wer nutzt Telemedizin?
Die Studie zeigt deutliche Veränderungen bei den Nutzergruppen. Im Jahr 2021 nutzten vor allem Frauen, jüngere Menschen, höher gebildete Personen und Menschen in urbanen Regionen telemedizinische Angebote häufiger. Bis 2024 haben sich diese Unterschiede deutlich verringert. Besonders ältere Menschen haben aufgeholt. In der Gruppe der über 60-Jährigen stieg die Nutzung telemedizinischer Angebote deutlich an.
Diese Entwicklung ist relevant, weil gerade ältere Menschen und chronisch kranke Patientinnen und Patienten von kontinuierlicher Betreuung, strukturiertem Austausch und Monitoring profitieren können. Telemedizin kann hier helfen, Versorgung näher an den Alltag der Menschen zu bringen.
Bildung und Unterstützung bleiben entscheidend
Bildung bleibt ein wichtiger Faktor. Menschen mit höherem Bildungsabschluss nutzen Telemedizin weiterhin häufiger. Die Studie macht damit sichtbar, wie eng digitale Versorgung mit Gesundheitskompetenz, digitaler Sicherheit und verständlicher Begleitung verbunden ist.
Auch soziale Unterstützung spielt eine wichtige Rolle. Menschen, die mit einem Partner oder einer Partnerin leben, nutzen telemedizinische Angebote häufiger. Unterstützung im Alltag kann den Zugang zu digitalen Gesundheitsangeboten erleichtern, besonders bei älteren Menschen.
Die Befragung fand 2021 telefonisch und 2024 online statt. Das kann die Vergleichbarkeit beeinflussen, auch wenn beide Stichproben repräsentativ gewichtet wurden.
Fazit
Der Blick nach Ungarn zeigt: Telemedizin entwickelt sich weiter. Videosprechstunden und Monitoring gewinnen an Relevanz, während Bildung, Vertrauen und alltagsnahe Unterstützung zentrale Voraussetzungen für eine breite Nutzung bleiben.
Mehr lesen?
Döbrössy, B., Girasek, E. & Győrffy, Z. Telemedicine adoption in Hungary: insights from two representative population surveys (2021–2024). BMC Health Serv Res 26, 362 (2026).
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