Telemedizin in den Wahlprogrammen

Viele sprechen von Digitalisierung – aber was ist mit Telemedizin?

Die Bundestagswahl 2025 rückt näher, und in vielen Wahlprogrammen wird Digitalisierung als wichtiger Zukunftsbereich beschrieben. Die Digitalisierung des Gesundheitswesens wird von vielen Parteien als Schlüssel zur Effizienzsteigerung betrachtet, da sie Prozesse optimieren, Datenaustausch unterstützen und den Zugang zu medizinischer Versorgung erleichtern kann. Die Telemedizin geht über reine Effizienzgewinne hinaus: Sie ermöglicht nicht nur eine bessere Erreichbarkeit von Gesundheitsleistungen, sondern schafft völlig neue Versorgungsansätze wie beispielsweise mit dem Telemonitoring für chronisch kranke Patientinnen und Patienten. Ohne eine umfassende Digitalisierung des Gesundheitswesens wäre Telemedizin nicht denkbar. Auch wenn Telemedizin nicht das Hauptthema dieser Wahl ist, lohnt sich ein Blick darauf, welche Parteien sich konkret zur Telemedizin äußern.

Viele Versprechen zur Digitalisierung, wenig Substanz für Telemedizin Die meisten Parteien betonen, dass die Digitalisierung des Gesundheitswesens eine Rolle spielt – von der elektronischen Patientenakte bis zur besseren Vernetzung von Daten. Doch wer nennt explizit Telemedizin als Bestandteil der zukünftigen Versorgung? Überraschenderweise sind es nur drei Parteien:

SPD – Telemedizin als fester Bestandteil der Gesundheitsversorgung Die SPD sieht Telemedizin als wichtigen Bestandteil einer modernen Gesundheitsversorgung. Sie möchte die Zusammenarbeit zwischen Ärztinnen und Ärzten sowie anderen Gesundheitsberufen durch Telemedizin und Telepharmazie stärken. Zudem soll die elektronische Patientenakte zu einem digitalen Gesundheitsberater weiterentwickelt werden.

Grüne – Telemedizin für ländliche Regionen ausbauen Die Grünen setzen sich für den gezielten Ausbau telemedizinischer Angebote ein, insbesondere um die medizinische Versorgung in unterversorgten ländlichen Regionen zu verbessern. Sie fordern zudem eine nachhaltige digitale Infrastruktur im Gesundheitswesen, um eine bessere Vernetzung von Gesundheitsdaten zu ermöglichen.

FDP – Mehr Telemedizin und digitale Prävention Die FDP möchte Telemedizin als festen Bestandteil der Gesundheitsversorgung etablieren. Sie fordert, dass digitale Gesundheitsanwendungen wie Apps oder Wearables stärker in die Versorgung integriert werden. Zudem sollen Krankenkassen Versicherte mit gesundem Lebensstil durch reduzierte Beiträge belohnen.

Andere Parteien betonen zwar von Digitalisierung im Gesundheitswesen, lassen Telemedizin aber weitgehend unerwähnt. Die CDU betont die Bedeutung der Digitalisierung für eine bessere Versorgung, nennt aber keine konkreten Maßnahmen zur Förderung telemedizinischer Angebote. Die Linke fordert eine sozial gerechte Digitalisierung des Gesundheitswesens, ohne explizit auf Telemedizin einzugehen. Andere Parteien stehen der Digitalisierung im Gesundheitswesen eher kritisch gegenüber.

Fazit – Wenig Telemedizin in den Wahlprogrammen

Während einige Parteien Telemedizin als Teil ihrer Digitalstrategie erwähnen, bleibt die Frage offen, wie sie konkret in die Regelversorgung integriert werden soll. Telemedizin ist mehr als nur als ergänzendes Angebot, sie kann dazu beitragen bestehende Versorgungslücken zu schließen und Gesundheitsleistungen zugänglicher zu machen. Für die Nutzung dieses Potenzials braucht nicht nur Akzeptanz und geeignete Vergütung, sondern auch ein innovationsförderndes Umfeld.

Mehr lesen?

Links zu den Wahlprogrammen

Ärztezeitung zu den Wahlprogrammen mit Fokus auf Gesundheitsversorgung

Telemedizin und der Innovationsfonds

1 Gedanke zu „Telemedizin in den Wahlprogrammen“

  1. Pingback: DTx - Digitale Therapeutika in Österreich - telmedicon GmbH

Die Kommentare sind geschlossen.

Nach oben scrollen