KI und Diagnostik: ChatGPT besser als Ärzte und Ärztinnen

KI und Diagnostik – Wenn ChatGPT die Diagnose besser stellt als der Arzt/die Ärztin – Ergebnisse einer Studie lassen auch Skeptiker aufhorchen. Eine in Boston durchgeführte Studie zeigt spannende Ergebnisse: ChatGPT-4 übertrifft Ärzte in diagnostischen Fähigkeiten, wenn es alleine arbeitet. Wurden die Medizinerinnen und Mediziner von der KI unterstützt, konnten sie ihre Leistung nur minimal steigern. Woran liegt das?

Es werden zwei wesentliche Gründe genannt:


1️⃣ Überzeugungen und Gewohnheiten: Viele Ärzte und Ärztinnen bleiben ihrer anfänglichen Diagnose treu, selbst wenn der Chatbot bessere Vorschläge liefert.

2️⃣ Unterschätzte Möglichkeiten: Die wenigsten Ärztinnen und Ärzte nutzten das volle Potenzial von ChatGPT. Statt umfassende Analysen zu fordern, setzten sie die KI wie eine Suchmaschine für Einzelfragen ein.

Was bedeutet das für die Zukunft?

Die Ergebnisse zeigen, dass Large-Language-Modelle wie ChatGPT im Diagnoseprozess den Arbeitsalltag bereichern können – vorausgesetzt, sie werden richtig eingesetzt.

Die Form der Eingaben (Prompts) beeinflusst die Leistung der KI erheblich. Daher wird insbesondere Potenzial in der Schulung von Ärzten und Ärztinnen im Umgang mit Chatbots gesehen. Alternativ könnten Kliniken standardisierte Prompts in den klinischen Arbeitsablauf integrieren, um eine nahtlose Zusammenarbeit zwischen Mensch und KI zu fördern.

Die Studie zeigt, es geht nicht nur um Verfügbarkeit von Technologie, sondern auch um den Umgang/die Arbeit mit ihr. Können wir uns eine Zukunft vorstellen, in der Ärztinnen/Ärte und KI gleichberechtigt zusammenarbeiten – und wie müsste die Zusammenarbeit gestaltet sein, damit diese optimal funktioniert?

Mehr dazu lesen?

Goh E, Gallo R, Hom J, et al. Large Language Model Influence on Diagnostic Reasoning: A Randomized Clinical Trial. JAMA Netw Open. 2024;7(10):e2440969.

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