Telemedizin auf der MEDICA 2024

Die MEDICA 2024 war ein inspirierendes Event mit spannenden Gesprächen und wertvollen Einblicken in die neuesten Entwicklungen der Gesundheitsbranche. Von strategischen Diskussionen bis hin zu wegweisenden Vorträgen über aktuelle Herausforderungen und Chancen im Gesundheitswesen, geben wir hier einen kurzen Überblick über ausgewählte Telemedizin-Themen auf der MEDICA 2024.

Nachhaltigkeit im Krankenhausbetrieb: Herausforderungen und Chancen

Ein inspirierender Vortrag von Jochen Werner verdeutlichte die Bedeutung nachhaltigen Handelns in Kliniken. Dabei wurden zahlreiche Handlungsfelder aufgezeigt, in denen Kliniken aktiv werden können, von Energiemanagement und Ressourcenverbrauch über Abfallwirtschaft und Mobilität bis hin zu nachhaltiger Speisenversorgung.

Der Einsatz von Telemedizin kann hier einen relevanten Beitrag leisten. Telemedizinische Gesundheitsangebote können z. B. die Umweltbilanz von Kliniken verbessern indem etwa weniger ressourcenintensive Transporte anfallen. Allerdings zeigte der Vortrag auch auf, dass bereits die Schaffung der Datenbasis für die ab 2025 für viele Krankenhäuser erforderlichen Nachhaltigkeitsberichte (ESG-Reporting) herausfordernd ist.

Künstliche Intelligenz in der Diagnostik: Balance zwischen Geschwindigkeit und Vertrauen

Ein weiterer faszinierender Vortrag kam von Prof. Dr. Steffen Augsberg, der über das Spannungsfeld von KI in der Diagnostik sprach. Er argumentierte, dass das Beharren auf ständiger menschlicher Kontrolle über KI den vollen Nutzen dieser Technologie einschränkt. Auch im Kontext der Telemedizin wird dieses Thema relevant, da KI-gestützte Diagnosen zukünftig telemedizinische Dienste noch effizienter gestalten könnten. Die Herausforderung besteht darin, eine Balance zwischen der Effizienz und Präzision von KI und der notwendigen Verantwortung und Transparenz in der medizinischen Entscheidungsfindung zu finden, um Vertrauen in digitale Angebote zu schaffen.

Besuch aus Mecklenburg-Vorpommern

Ein Highlight auf unserem Stand war der Besuch von Dr. Christoph Jaehne, dem Referatsleiter Gesundheitswirtschaft im Ministerium für Wirtschaft, Infrastruktur, Tourismus und Arbeit Mecklenburg-Vorpommern. Seine Präsenz unterstrich die Bedeutung der Telemedizin für die regionale Gesundheitswirtschaft und stärkte unsere Position als Wegbereiter für innovative Gesundheitslösungen in Deutschland.

Telemedizin: Drei ausgewählte Themen

Aus den vielen Gesprächen am Stand und auf der Messe kristallisierten sich aus unserer Sicht drei zentrale Themen heraus, die den Bereich Telemedizin derzeit prägen:

  1. Regulatorische Unsicherheiten und Unübersichtlichkeit: Der deutsche Gesundheitsmarkt gilt weiterhin für viele Anbieter von Medizinprodukten unübersichtlich, besonders im Bereich der Telemedizin. Die Abgrenzung, was vergütet wird und welche regulatorischen Regeln einzuhalten sind, stellt viele vor Herausforderung.
  2. Telemedizinische Prävention: Der Bereich der Prävention rückt zunehmend in den Fokus. Hier zeigt sich ein wachsendes Interesse an präventiven telemedizinischen Ansätzen, um langfristig die Gesundheitsversorgung zu stärken und zu entlasten. Präventive Telemedizinangebote könnten dazu beitragen, Krankheiten frühzeitig zu erkennen und zu behandeln.
  3. Sensorik für Vitalzeichen: Die Sensorik entwickelt sich stetig weiter und ermöglicht das präzise und kontinuierliche, oft auch automatische Erfassen von Vitaldaten. Doch obwohl die technischen Fortschritte beeindruckend sind, bleibt der Weg zur praktischen Anwendung in der flächendeckenden Versorgung für viele lang.

In vielen Ländern ist die Telemedizin längst fester Bestandteil des Alltags und wird selbstverständlich von Patient:Innen und Ärzt:innen genutzt. Dort hat sich die digitale Gesundheitsversorgung etabliert und leistet einen wichtigen Beitrag zur Entlastung der Gesundheitssysteme. Im Gegensatz dazu fehlt es in anderen Ländern an ganzheitlichen Strategien für eine telemedizinische Versorgung. Dieser fragmentierte Status zeigt, wie unterschiedlich der Reifegrad der Telemedizin weltweit ist – und wie wichtig es ist, ganzheitliche Konzepte zu entwickeln, um das volle Potenzial digitaler Gesundheitsangebote auszuschöpfen.

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