Telemonitoring in Frankreich: Was lässt sich aus den Daten lernen
Eine aktuelle französische Studie zeigt, welche zusätzlichen Erkenntnisse sich aus Daten gewinnen lassen, die im Telemonitoring von Menschen mit chronischer Herzinsuffizienz regelmäßig erhoben werden.
Grundlage der Untersuchung waren Daten von 16.556 Patientinnen und Patienten, die zwischen 2018 und 2024 über das französische Telemonitoring-Programm Satelia Cardio begleitet wurden. Rund 29 Prozent von ihnen hatten zusätzlich Diabetes. Im Mittelpunkt der Studie stand die Frage, welche Faktoren bei telemonitorierten Menschen mit Herzinsuffizienz mit der Sterblichkeit zusammenhängen.
Regelmäßige Erfassung von Symptomen und Gewicht
Im Rahmen des Telemonitorings übermittelten die Patientinnen und Patienten alle zehn Tage Angaben zu ihren Symptomen und ihrem Körpergewicht. Bei definierten Auffälligkeiten erzeugte das System automatische Warnmeldungen. Diese wurden vom Behandlungsteam geprüft und konnten bei Bedarf eine Intervention auslösen. Die Datenerfassung erfolgte webbasiert oder bei Bedarf telefonisch mit Unterstützung durch Pflegekräfte.
Für die aktuelle Studie betrachteten die Forschenden das Gewicht noch aus einer weiteren Perspektive. Sie untersuchten, wie stark es innerhalb der wiederkehrenden 10-Tage-Zeiträume schwankte.
Gewichtsvariabilität als möglicher zusätzlicher Hinweis
Die Analyse offenbarte: Eine höhere kurzfristige Gewichtsvariabilität war mit einer geringeren Überlebenswahrscheinlichkeit verbunden. Dieser Zusammenhang bestand sowohl bei Patientinnen und Patienten mit als auch ohne Diabetes.
Die Gewichtsvariabilität ist bislang ein explorativer Parameter. Die Studie liefert daraus keinen klinisch validierten Grenzwert und lässt auch offen, wodurch die Schwankungen im Einzelfall verursacht wurden. Denkbar sind beispielsweise Veränderungen des Flüssigkeitshaushalts, des Ernährungszustands, Therapieeffekte oder Messschwankungen.
Telemonitoring-Daten weiter nutzen
Die Ergebnisse liefern so einen Impuls für die zukünftige Forschung zum Telemonitoring: Regelmäßig erhobene Daten können neben ihrer unmittelbaren Nutzung in der Versorgung auch auf zusätzliche prognostische Zusammenhänge untersucht werden. Welche dieser Informationen sich tatsächlich für eine individuellere Risikoeinschätzung und die klinische Versorgung nutzen lassen, ist noch offen.
Mehr dazu lesen?
Valensi, P., Esser, R., Picard, F. et al. Diabetes and all-cause mortality in a national telemonitored heart failure cohort: role of comorbidities, heart failure etiology burden, and short-term weight variability. Cardiovasc Diabetol (2026).