Telemonitoring: Wenn Versorgung Pflegezeit bindet

Eine kleine Studie mit einem spannenden Hinweis

Eine aktuelle, sehr kleine Studie zu Remote Patient Monitoring zeigt einen Punkt, der für die digitale Versorgung wichtig ist: Pflegekräfte verbringen in solchen Versorgungsmodellen nicht nur Zeit mit Patientinnen und Patienten. Ein erheblicher Teil ihrer Arbeit kann auch dafür nötig sein, dass die telemedizinische Plattform überhaupt gut läuft.

In der untersuchten Studie lag dieser Anteil bei 61,2 Prozent. Gemeint war damit digitale Pflegearbeit, die dafür nötig war, dass die Plattform funktionierte und die Patientinnen und Patienten in der Intervention eingebunden blieben.

Was Pflegekräfte im Telemonitoring leisten

In der Studie begleiteten Pflegekräfte Menschen mit Herzinsuffizienz und kolorektalem Krebs nach der Krankenhausentlassung über eine Telemonitoring-Plattform. Sie schauten sich Symptome an, ordneten Messwerte ein, unterstützten Patientinnen und Patienten im Umgang mit ihrer Erkrankung und koordinierten Versorgung.

Genau darin liegt der große Wert von Telemonitoring. Menschen bleiben zu Hause besser im Blick. Veränderungen fallen früher auf. Pflegekräfte können einschätzen, ob eine Rückfrage, eine Beruhigung, eine Anpassung oder eine weitere medizinische Abklärung sinnvoll ist.

Überraschend an der Auswertung ist der hohe Anteil an plattformbezogener Arbeit. Pflegekräfte prüften Benachrichtigungen, klärten technische Probleme, verbesserte Geräteeinstellungen, ordneten fehlerhafte oder doppelte Daten ein und passten Parameter an.

Plattformdesign wird zur Versorgungsfrage

Gerade bei Pflegekräftemangel sollte pflegerische Zeit vor allem in Versorgung fließen. Jede unnötige Meldung, jeder zusätzliche Klick und jede unklare Oberfläche bindet Aufmerksamkeit, die an anderer Stelle fehlt.

Deshalb entscheiden Plattformkonfiguration und Design mit darüber, ob Telemonitoring im Alltag entlastet oder zusätzliche Arbeit erzeugt. Gute Nutzeroberflächen helfen Pflegekräften, schnell zu erkennen, was wichtig ist. Klare Supportstrukturen verhindern, dass technische Aufgaben dauerhaft im Pflegeteam landen.

Warum Plattformdaten wichtig sind

Die Studie war sehr klein. Sie umfasste sieben Patientinnen und Patienten sowie acht Pflegekräfte. Außerdem wurden bereits vorhandene Daten aus einer Machbarkeitsstudie nachträglich ausgewertet.

Dennoch ist die Studie interessant, denn sie zeigt, Plattformdaten können mehr leisten als Monitoring. Sie können zeigen, wo telemedizinische Versorgung im Alltag Reibung erzeugt, wo Pflegezeit gebunden wird und wo Konfiguration, Design und Support besser werden können.

Mehr dazu lesen?

Austin RC, Karlsen B, Morken I, et al. Describing digital nursing work in a remote patient monitoring application Novel convergent mixed methods secondary analysis of feasibility trial data. DIGITAL HEALTH. 2026;12.

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