Kosteneinsparungen mit Telemedizin?

Sind Kosteneinsparung mit Telemedizin möglich? Oder ist Telemedizin immer eine zusätzliche Versorgung zur konventionellen Versorgung verbunden mit Mehrausgaben? Die gesundheitsökonomische Auswertung der TIM-HF-2-Studie zeigt das Potenzial für Kosteneinsparungen auf.

Hintergrund zur Studie

TIM-HF 2 Studie

Die Versorgungsforschungsstudie TIM-HF 2 untersuchte die Gleichwertigkeit eines neuen ambulanten Versorgungsmodells für den strukturschwachen ländlichen Raum ohne residenten Kardiologen/Kardiologin bei Patienten und Patientinnen mit chronischer Herzinsuffizienz im Vergleich zu Regionen mit niedergelassenem Kardiologen bezüglich medizinischer und gesundheitsökonomischer Wirksamkeit geprüft.

Einschlusskriterien der Studie

  • Patientinnen und Patienten mit chronischer Herzinsuffizienz in NYHA-Klasse II oder III
  • EF ( LVEF) ≤45 % oder LVEF >45 % + mindestens 1 Diuretikum in der medikamentösen Dauertherapie
  • Stattgehabte Hospitalisierung wegen kardialer Dekompensation < 12 Monate vor Einschluss in die Studie
  • Schriftliche Einwilligung zur Studienteilnahme
  • Depressionsscore PHQ-9 < 10

Mehr zu Ein- und Ausschlusskriterien: TIM-HF-2

Gesundheitsökonomische Analyse

Die gesundheitsökonomische Analyse zur TIM-HF-2 Studie wurde veröffentlicht. Für 1450 Patienten und Patientinnen mit Herzinsuffizienz standen die Daten zur gesundheitsökonomischen Bewertung zur Verfügung. Verglichen wurden die Gesundheitskosten der telemedizinisch betreuten PatientInnen (715) mit den Kosten der konventionell betreuten PatientInnen (735).

Sind Kosteneinsparung mit Telemedizin möglich?

Laut den Studienergebnissen lassen sich mithilfe der telemedizinischen Intervention Kosten einsparen.

Die durchschnittlichen Gesundheitskosten pro Patientenjahr beliefen sich auf 14.412€ in der telemedizinisch betreuten Gruppe und 17.537€ in konventionell (ohne Telemedizin) versorgten Gruppe. 

Die telemedizinische Versorgung führte zu Kosteneinsparungen von 3.125 € pro Patientenjahr (p = 0,001). 

Unter Berücksichtigung der Interventionskosten verblieb eine Kosteneinsparung von 1.758 € pro Patientenjahr (p = 0,048).

📖Nachzulesen in: 
Sydow, H., Prescher, S., Koehler, F. et al. Cost-effectiveness of noninvasive telemedical interventional management in patients with heart failure: health economic analysis of the TIM-HF2 trial. Clin Res Cardiol (2021). 

Mehr zum Aufbau solcher telemedizinischen Programme

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