Telemedizinprogramme für Menschen mit chronischen Erkrankungen

Unter einem Telemedizinprogramm für chronisch kranke Menschen verstehen wir ein zeitlich befristetes telemedizinisches Betreuungsangebot mit geplanten Interaktionen und definierten medizinischen Maßnahmen zur Unterstützung von Patientinnen und Patienten im Umgang mit ihrer chronischen Erkrankung.

Hierbei werden Telemedizinprogramme in der Regel indikationsspezifisch konzipiert. Häufige oder typischerweise mit dem chronischen Grundleiden assoziiertet Begleiterkrankungen werden bei der Programmgestaltung bereits mit berücksichtigt.

Ein Telemedizinprogramm ersetzt dabei nicht die spezifische haus- und fachärztliche Diagnostik und Therapie, sondern unterstützt diese durch gezielte Bereitstellung von Informationen zum Krankheitsverlauf und aktuellem Befinden.

Patientenseitig werden je nach Indikation und Gesundheitsstatus folgende Ziele adressiert: 

  • Verlangsamung des Fortschreitens der Erkrankung
  • Stabilisierung bzw. Verbesserung des Gesundheitszustands
  • Steigerung der Lebensqualität
  • Sicherheit und Handlungsfähigkeit bei Akutsituationen
  • Steigerung des aktiven Wissens im Umgang mit der Erkrankung
  • Etablierung von gesundheitsfördernden Lebensgewohnheiten
  • Reduktion ungeplanter Krankenhausaufenthalte (insbesondere schneller Wiederaufnahmen)

Für Telemedizinprogramme werden Ein-und Ausschlusskriterien festgelegt, die sicherstellen sollen, dass alle die Patientinnen und Patienten in das Programm aufgenommen werden können, die voraussichtlich von dem Programm profitieren. Vor Aufnahme in das Programm wird daher geprüft, ob der Patient dem auf der Basis von wissenschaftlichen Studien und medizinischen Leitlinien definierten Patient*Innenprofil entspricht.

Eine Kommunikation zwischen Patientinnen und Patienten und dem telemedizinischen Leistungserbringer besteht immer aus situativen und geplanten Interaktionen. So kann beispielsweise für das Coaching und eine regelmäßige Statuserhebung ein zweiwöchentlicher Telefon- oder Videokontakt geplant sein. Bei Bedarf, zum Beispiel bei einer plötzlich auftretenden Störung des Befindens der Patientin, findet auch ein Kontakt zwischendurch, situativ, statt.

Der Patient nutzt Geräte mit denen Daten an den telemedizinischen Leistungserbringer übermittelt werden können (Telemonitoring). Der telemedizinische Leistungserbringer wertet diese Daten (z. B. mittels einer künstlichen Intelligenz) aus und leitet notwendige medizinische Maßnahmen ab. Im Falle eines situativen Kontakts kann der telemedizinische Leistungserbringer auch auf Verlaufsdaten zugreifen und dadurch ggf. eine Situation besser einschätzen.

Beispiel Versorgungsprogramm

Zu den Erfolgsfaktoren für ein Telemedizinprogramm.

Wie Telemedizin entlang der „Patient Journey“ aussehen kann, erfahren Sie hier.

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